Außerdem

Der goldene Stein – Eine portugiesisch-deutsche Geschichte

Das Kinderbuch (9 – 13 Jahre) habe ich für meine Enkeltochter Mafalda geschrieben. Es handelt von dem etwa 10jährigen Mädchen Lena, das vor rund 300 Jahren mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf im Harz lebte und durch ungeplante Zufälle mit ihrem Spielkameraden Ernesto und seinem portugiesischen Vater zu einem Besuch nach Portugal gelangt. Sowohl in ihrem Heimatdorf wie auch in dem Heimatdorf von Ernestos Vater im Alentejo erlebt Lena Abenteuer, bei denen sie von ihrem Hund Worr und dem Pferd Riehh geschützt wird.

Ein Textauszug

Lena war früh aufgewacht, weil Worr draußen gebellt hatte und weil sie gleich morgens, bevor die Mutter zu einem Besuch bei der Familie von Ernesto aufbrach, von ihr noch ein weiteres Knäuel mit Wolle erbitten wollte.
“Wozu brauchst du denn noch mehr Wollfäden?”, fragte die Mutter verwundert, denn nach dem Abenteuer von gestern konnte sie sich nicht vorstellen, dass Lena so bald wieder in den Wald gehen wollte.
“Wir wollen damit spielen”, antwortete Lena, “wir haben unten an dem Bach eine kleine Hütte für uns Kinder gebaut, und die muss natürlich auch geschmückt werden.”
“Na, gut” sagte die Mutter und gab ihr noch ein weiteres Knäuel. “Aber du weißt es ja jetzt: Geh nicht in den tiefen Wald!” Lena bedankte sich und steckte die Wolle zu dem Rest von dem anderen Knäuel in den Korb.

“Was ist los, Porti? Warum schaust du so nachdenklich?” Als Porti erzählte, er werde in der nächsten Woche mit seinem Vater für sehr lange Zeit verreisen, schwiegen die Kinder. Plötzlich war ihnen der Schatz, den sie verstecken wollten, gar nicht mehr so wichtig. Heinrich nestelte seinen Beutel auf und warf einen traurigen Blick auf die drei kleinen Gesteinsbrocken, die in der Mittagssonne glitzerten.
Auch Lena schwieg eine Weile, bis sie plötzlich die Stirn runzelte, ihren Kopf nach hinten warf, sich mit der Hand eine Haarsträhne aus dem Gesicht wischte und mit fester Stimme verkündete:
“Wisst ihr was?”, sagte sie, “die Steine sind unser gemeinsamer Schatz. Wir verstecken sie im Wald. Und wir versprechen uns gegenseitig, dass wir hier wieder zusammenkommen. Heinrich und ich rühren sie nicht wieder an, bis Porti wieder zurück ist und wir sie gemeinsam aus ihrem Versteck wieder herausholen können. Wann auch immer das sein wird, was auch immer passieren mag, wir sind und bleiben Freunde. Unser Schatz führt uns wieder zusammen.”

h2 Eigenproduktion, Hamburg 2015


Rui im Hexenwald – Eine portugiesisch-deutsche Geschichte

Das Kinderbuch (7 – 11 Jahre) habe ich für meinen Enkelsohn Tiago geschrieben. Es handelt von einem kleinen portugiesischen Dorf lebenden etwa achtjährigen Jungen, dessen größte Leidenschaft es ist, mit dem Fußball zu kicken. Als er seinen Ball verliert, freundet er sich mit dem Zauberer Catacha an. Wenige Zeit später fliegt er mit seinen Eltern nach Hamburg, wo sein Onkel Antonio wohnt. Auf einem Wochenendtrip mit Antonio in den Harz verirrt er sich auf der Suche nach seinem Ball im Wald und wird von einer Hexe gefangen genommen. Der Zauberer Catacha träumt, Rui sei etwas Schlimmes passiert. Er zaubert sich auf eine Lichtung im Harz und findet den Jungen. In einer erbitterten Zauberschlacht mit der Hexe wird Rui befreit. Fünf geheimnisvolle Feuersalamander haben Catacha geholfen.

Ein Textauszug

Er ging um das Haus herum, wunderte sich über die fünf großen Fichtenbäume, die rund um das Haus standen. Er sah genau hin und entdeckte etwas. Am Fuße eines jeden Fichtenbaums saß ein Feuersalamander. Alle fünf Tiere hatten ihren Blick auf das Haus gerichtet. Da wusste Catacha: “Hier ist er! Hier in diesem Haus ist Rui.”
Er stellte sich vor dem Haus auf und konzentrierte sich. Dann sagte er seinen Zauberspruch:
“Luft und Sonne, Wald und Erde,
macht, dass dieser Zauber werde.
Feuer, Wasser, Regen Wind,
die alle unsere Freunde sind,
sie schauen in mein Herz hinein,
lasst meinen Zauber wirklich sein.
Rui, tritt durch diese Tür,
damit ich dich nach Hause führ.”

Kaum hatte er das gesagt, sprang die Tür auf, Rui erhob sich und stieß einen überraschten Schrei aus:
“Senhor Catacha!”

Mit einem Satz war er draußen und warf sich dem Zauberer in die Arme. Der alte Mann aber sagte mit bewegter Stimme:
“Rui, mein Junge, jetzt bist du frei. Lass uns schnell losgehen, damit wir hier nicht überrascht werden”.

h2 Eigenproduktion, Hamburg 2016